Reisebericht

05/2017 - Von Pula/Veruda bis nach Veli Rat

Unser erster Segeltörn 2017  bei Traumwettter und Badetemperaturen - Eine Genusstörn nach dem Skippertraining zu Ostern bei Schneefall und 3 Grad Celsius!

 

Teilnehmer: 3 Männer |  5 Frauen

(beinahe ausgeglichen)

Tag 1:  Villach - Pula/Veruda - Unije (320 Km plus 22,5 NM)

Treffpunkt und Abfahrt um 07:00 Uhr in Villach beim McDonald's. Mit der Aussicht unser Schiff, die Segelyacht "Louisiana", schon um 12 Uhr zu übernehmen war etwas Eile geboten. Es kam jedoch wie es kommen musste. Um 16 Uhr war es dann soweit. Das Schiff war übernommen, aber die Handtücher vergessen!

 

Vorbei beim Leuchtturm Porrer querten wir den Kvarner bei herrlichem Wetter ohne Welle  und bei wenig Wind, mit dem Ziel - Unije.

Tag 2: Unije - Susak - Sv. Petar/Ilovik (18,6 NM)

Nach dem Frühstück noch schnell einen Espresso beim (einzigem) Wirt im Hafen. Ein leichter Segelwind kommt auf und wir verlassen den Hafen.

Jetzt endlich geht es unter Segel weiter nach Susak.

Die Hafeneinfahrt in Susak war sehr eng und wurde durch ein Arbeitsschiff noch zugestellt. Im Hafen kein Platz um ein 15mt Schiff zu  manövrieren.

Wir liegen dann als einzige Segelyacht an der Innenseite der Mole. Die Insel Susak ist ein Traum. Eine Insel die besucht werden muss!

Wanderungen ins Oberdorf und zum Friedhof sind Pflicht. Die Reichen und Weitgereisten der Welt würden hier gerne begraben werden. Diese Ehre steht jedoch nur den (vermutlich reichen) Insulanern zu.

 

Bei dieser Wanderung ist uns die Konoba "Barbara" im Oberdorf (dort wo die Schubkarre im 2. Stock zum Fenster raus hängt) besonders ins Auge gestochen. Dieses Lokal würde ich auf alle Fälle wieder besuchen und intensive nach dem originalen und auf der Insel kultivierten Susak Wein dem "Trojisina crvene" suchen. In den Lokalen wird diese köstliche Wein leider aus Kostengründen (angeblich ist er drei Mal so teuer wie der ansonsten recht gute Rote) nicht angeboten.

Nach dem Abendessen heißt es wieder "Leinen los" und weiter geht die Reise nach Ilovik wo wir an einer Boje übernachten.

3. Tag: Sv. Petar - IST (19,0 NM)

Toni bereitet das Frühstück. "Ham and Eggs" aus 12 Eiern und mindestens einen halben Kilo Speck, was eine ganze Menge war. Wie immer - es ist nichts übriggeblieben.

 

Um 10:50 Uhr legten wir unter Motor von der Boje ab und es ging in Richtung IST - 140° KK-Kompaskurs. Um 11:25 Uhr endlich "Motor aus"  und Segel setzen. Eine leichte Bora (15 KN) wehte uns mit  bis zu 7,5 Knoten Speed nach IST. Um 14:00 Uhr legten wir an der inneren Mole an.

Besondere Anmerkung - Logbucheitrag wegen herausragender Leistung -Milla hat im Zuge des Wach- u. Dienstplanes ihre Aufgabe als Smutje mit besonderem Engagement erledigt und die Crew mit "Millas Wurstnudeln" verwöhnt. Das Rezept findest du hier.

4. Tag:  IST - Veli Rat (7,9 NM)

Beim Segelsetzen verklemmt sich das Großsdegel im Mast und Toni, unser Mann fürs Grobe, musste ran. Schnell sind Sicherheitsleine und der Botsmannstuhl bereit.

Toni wird in den Masttop gezogen. Gefühlte drei Tonnen oder noch mehr mit der Winsch nach oben ziehen - kein leichtes Unterfangen. Jedes Gramm Übergewicht war eine Herausforderung, an die Leinen, an die Winsch und an die Kraftpakete an der Winschkurbel.

Mit vereinten Kräften und gekühlten Getränken meist mit isotonischem Inhalt (Bier) haben wir unseren Toni auf ca. 16 mt. in den Mast katapultiert bzw. mühevoll hinauf gehievt..

 

Das Segel konnte nach 2 Stunden befreit werden und Tonis Schrammen wurden danach verarztet.

Das Manöverbier (Segelbergemanöver) hat sogar unseren eingefleischten Wassernixen gemundet. Der Segeltag war gerettet - die Pechsträne jedoch noch nicht ganz  vorbei.

 

Wir ankerten in der "Pantera", eine karibisch anmutende Traumbucht auf Dugi Otok. Zur allgemeinen Enttäuschung trug wieder einmal Werner bei. Dieser war für den Fischfang zuständig.

Wie gesagt, er versagte. Pizza in Veli Rat war das Notfallprogramm.  Achtung: die verwendeten Pfefferonis stammen aus der Hölle

5. Tag: Veli Rat - Olib (17,9 NM)

Ein Badetag mit Übernachtung in der Bucht "Uvala Slatinica" auf Olib war angesagt.

Achtung bei der Zufahrt von Süden - Steine auf  4mt Wassertiefe. (Auf der Karte nur sehr schlecht zu erkennen)

 

In der Nacht ist ein Gewitter mit Sturmböen (ca. 30 Knoten Wind) über uns hinweggezogen. Der "Jambo" Anker war anständig eingefahren und hat gehalten wie einbetoniert. Die vorsorgliche Entlastung der Ankerwinsch auf die vorderen zwei Klampen hat sich wieder einmal ausgezahlt.

6. Tag: Olib - Mali Losinji  (25,7 NM)

Milla wird hinsichtlich ihres gelben Bikinis fündig und Sylvias Wunsch nach Stadt, Bevölkerung, Touristen, Geschäften und Auslagen wurden  in Mali Losinji ausgiebig befriedigt.

Anmerkung: ein Espresso 50 mt. vom Schiff entfernt kostet 8 Kuna (1,10 Euro) der Besuch der Toilette natürlich inbegriffen. Lisbeth's Toilettbesuch (ebenfalls 50 mt vom Schiff entfernt kostete 39 Kuna (ohne Espresso). Dieses Schei..haus dürfte wohl einen besonderen Service geboten haben.  Wer weiß es!

7. Tag: Mali Losinji - Pula/Veruda (34,4 NM)

Die Rückreise von Mali Losinji zum Heimathafen war nur eine Spur unangenehmer als die Anreise  6 Tage zuvor.

Sonne - leicht eingetrübt, Wind (6 Knoten) von achtern Reisegeschwindigkeit 6,5 Knoten (daher Windstille und sehr heiß u. schwül) Welle achterlich und leicht schräg von hinten. Das Schiff rollt leicht.

 

 

Resümee der Reise:

  • 146 Seemeilen unter dem Kiel (Kurs über Grund)
  • davon ca. 36 SM unter Segel
  • vier Delfinsichtungen (12 - 15 Tiere)
  • Sprittverbrauch - 88 Lt. Diesel bei 4,5 Lt. Verbrauch/h
  • Ausgaben aus der Bordkasse inkl. Komplettverpflegung ca. 250,- Euro p.Person
  • Schaden am Schiff - keiner
  • Schaden an der Crew - keiner
  • Seekrank - niemand
  • Leistung der Crew - hervorragend
  • Benehmen und Betragen - kein Kommentar

 

Anmerkung: Die sichtbare Behinderung der Beiden war schon vor Beginn der Reise vorhanden - glaub ich zumindest.

Noch ein lustiges Wort zur Segel-Leidenschaft:

Auch bekannt als "Bord-Psychose" Ihre Symptome schließen unter anderem die Unfähigkeit ein, Worte wie vor, hinter, links, rechts, seitlich und ähnliche zu benützen und Sie durch irgendwelches Fachkauderwelsch zu ersetzen. das als schick gilt.

 

Weiter gehört dazu ein Schaukelzwang, die Vorliebe für nasse enge Betten, abgestandenes Wasser, Abneigung gegen jede Art von waschen oder sonstige Reinigungsprozesse, das Schwärmen für nasse Kleidung bei kalter Witterung und der innige Wunsch, in einer Woche Urlaub mehr Geld auszugeben, als man im ganzen Jahr verdient.

Entnommen aus einem Wörterbuch für Segler


Die Bildergalerie ist, trotz meist anständiger Bilder, nur für Crewmitglieder einsichtig. (Zur Bildergalerie ...)